Anschuss-Seminar mit Patrick Terstegen und Alexandra Kirchhoff

Am Sonntag den 27.07.2025 fand für uns diesjährige Jagdscheinanwärter der Kreisgruppe Mayen-Koblenz ein Anschuss-Seminar statt.

Organisiert vom Obmann für Junge Jäger, Dr. Markus Weiler, der auch sein Revier nebst Jagdhütte in Kottenheim für die Veranstaltung zur Verfügung stellte, fanden sich pünktlich um 10.00 Uhr 16 von 22 Anwärtern am Treffpunkt Fichtelberg ein.

Das Seminar wurde von Patrick Terstegen und Alexandra Kirchhoff, begleitet von ihren BGS Leni, Beatrix und Ann-Teresa, geführt.

Schnell wurde uns klar, mit welchem Herzblut und mit welcher enormen Expertise die beiden die Nachsuchenarbeit mit ihrem Team LeitHunt gestalten.

Begonnen wurde in gemütlicher Runde in der Jagdhütte mit einem theoretischen Teil, in dem die Nachsuchenarbeit im gesamten noch einmal anhand von realen Fällen und eindrücklich durch die immense Erfahrung von Patrick und Alexandra und ihren Hunden vermittelt wurde. Im Fokus des Vortrages stand immer merklich die Waidgerechtigkeit und die Achtung vor der Kreatur.

Da das Wetter unbeständig war, zogen wir unsere Mittagspause ein wenig vor. Hier ein großer Dank an Elke Weiler, die uns am Mittag mit gegrilltem und den ganzen Tag mit frischem Kaffee und Kaltgetränken versorgte.

Im Anschluss ging es dann an die praktischen Seminarinhalte. Alexandra hatte mit Markus parallel zum Vortrag einige Vorbereitungen getroffen.
Im Revier erwarteten uns als erstes 15 Schraubgläser mit unterschiedlichen Pirschzeichen. Hier galt es anhand der frischen Präparate Wildart, Trefferlage und Pirschzeichen zu erkennen. Von Zahnfragmenten durch Äserschuss, Knochenfragmenten bis hin zu Organanteilen war alles dabei und nicht immer leicht zu bestimmen.

Danach ging es an die 8 vorbereiteten realen Anschüsse. In je 10×10 Metern-Abteilungen wurden ein Reh- und Schwarzwild (beides Fallwild) beschossen. Unsere
Aufgabe war es, Pirschzeichen zu finden und zu interpretieren. Spätestens hier, bei teils verzweifelter Suche nach überhaupt irgendeinem Anzeichen für einen Treffer, wurde uns klar, welche enorme Leistung die Nachsuchenhunde zu erbringen haben.

Den letzten Teil der praktischen Erfahrungen war der Beschuss des Fallwildes mit Zerlegungs- und Deformatiosgeschossen bei verschiedener Trefferlage zur Demonstration wie viel oder ehr wie wenig Schweiß oft erzeugt wird, wie weit teils aber Geschoss- und Knochensplitter noch teils tödlichen Schaden in der Umgebung anrichten können. Um dies zu zeigen, lag hinter den Anschüssen weiße Silofolie aus. Hier war eindrücklich festzustellen, dass trotz tödlicher Schusslage, nur sehr wenig Schweiß erzeugt wurde.

Dies zeigte uns noch einmal, dass nur der häufig im Einsatz befindliche Schweißhund sicher entscheiden kann, ob bei fehlenden Pirschzeichen es wirklich zum Fehlschuss gekommen ist. Selbst Patricks jüngere Schweißhunde, die regelmäßig seit Jahren gearbeitet werden, lässt er im Zweifel in solchen Fällen noch einmal von einem noch erfahreneren Hund kontrollieren. Die Nachsuche ist und bleibt also den Profis überlassen. Wie gut ist es da, dass man im Bedarfsfall auf gewissenhafte und zuverlässige Nachsuchenführer vertrauen kann.

Den Abschluss bildete dann eine Feedbackrunde an der Hütte.
Hinter uns lag um 17.30 ein sehr erkenntnisreicher und kurzweiliger Tag. Für uns alle waren am Ende zwei Dinge klar:

Zum Wohle des Tieres sollte ein solches Anschuss-Seminar mit Experten Pflichtprogramm in der Jagdausbildung sein.

Die Leistung, physisch wie psychisch, aber auch zeitlich und monetär, welche Nachsuchenführer und ihre Hunde erbringen, verdient absolute Hochachtung.

Vielen Dank, für den super organisierten und erkenntnisreichen Tag, auf den wir uns im Sinne des Tierschutzes hoffentlich in unserer jagdlichen Praxis oft besinnen werden.

Magdalena Neis, Jagdscheinanwärterkurs 2025

Foto: HoppHoppDesign