Bei der diesjährigen Hegeringversammlung im Eifelhotel Fuchs in Boos begrüßte Hegeringleiter Axel Schneider rund 30 Teilnehmer. Unter den Gästen befanden sich unter anderem der Vorsitzende der Kreisgruppe, Walter Kemp, Veterinär Dr. Christian Bieber von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Friedhelm Röttgen, Bundesvorsitzender der liberalen Jäger, sowie Martin Dreist, Leiter des Forstamtes Ahrweiler.
Ein musikalischer Auftakt durch eine Bläsergruppe verlieh der Veranstaltung einen feierlichen Rahmen. Neben der Begrüßung wurden auch der im vergangenen Jahr verstorbenen Jäger gedacht sowie die Strecke von Rot- und Rehwild traditionell verblasen.
Aktuelle Herausforderungen: Tierseuchen im Fokus
Im Anschluss gab Dr. Christian Bieber einen umfassenden Überblick zur aktuellen Lage der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Diese stellt weiterhin eine große Herausforderung dar, insbesondere aufgrund der hohen Schwarzwildpopulation, die eine konsequente Bejagung erforderlich macht. Aktuelle Funde infizierter Tiere im Raum Mainz sowie die fortwährende Gefahr der Einschleppung aus osteuropäischen Ländern unterstreichen die Brisanz der Situation.
Ein ausdrückliches Lob sprach Dr. Bieber den Jägerinnen und Jägern für ihren verantwortungsvollen Umgang mit der Seuche aus. Im vergangenen Jahr konnten im Monitorring etwa 300 Proben erfolgreich untersucht werden. Dennoch bleibt Wachsamkeit oberstes Gebot.
Auch weitere Tierkrankheiten standen im Fokus:
- Blauzungenkrankheit: Erneuter Ausbruch bei Muffel-, Rot- und Rehwild; eine effektive Bekämpfung ist derzeit kaum möglich.
- Tollwut: Nach Einzelfällen wieder in Rheinland-Pfalz nachgewiesen – eine präventive Impfung wird empfohlen.
Zudem wurde angekündigt, dass die Trichinenuntersuchung künftig digitalisiert werden soll. Eine Testphase ist für 2026 vorgesehen.
Wichtig bleibt: Auffälliges oder verendetes Wild sollte in jedem Fall gemeldet werden. Auch während der Schonzeit können bei entsprechender Begründung Abschussgenehmigungen erteilt werden.
Jagdpolitik und rechtliche Entwicklungen
Walter Kemp informierte über aktuelle Änderungen im Bundesjagdgesetz, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit dem Wolf. In Rheinland-Pfalz könnten künftig Einzelabschüsse von sogenannten „Schadwölfen“ ermöglicht werden. Ein Monitorring soll hierzu belastbare Daten zur Population liefern.
Auch das neue Landesjagdgesetz war Thema. Kemp dankte den Jägerinnen und Jägern für ihr Engagement und ihre Geschlossenheit bei Demonstrationen. Durch intensive Verhandlungen konnten bereits Verbesserungen erzielt werden. Die weitere Entwicklung bleibt insbesondere im Hinblick auf die Landtagswahl abzuwarten.
Im Landkreis Mayen-Koblenz werden zudem weiterhin angekündigte Waffenkontrollen durchgeführt.
Rückblick und Aktivitäten des Hegerings
Axel Schneider blickte auf ein ruhiges und zugleich erfolgreiches Jagdjahr 2025/2026 zurück. Besonders das gemeinschaftliche Miteinander stand im Mittelpunkt.
Zu den wichtigsten Aktivitäten zählten:
- gut besuchte Hegeringversammlung im Frühjahr
- Hegeringschießen im September (mit Optimierungspotenzial bei der Teilnahme)
- gemeinschaftliche Winteransitzjagd mit Beteiligung von 13 von 19 Revieren
Das nächste Hegeringschießen ist für den 26. September 2026 geplant.
Auch die Teilnahme an der Hegeschau wurde positiv hervorgehoben, wenngleich nur wenige Trophäen eingereicht wurden. Die Bewertung erfolgte durch Uli Faßbender.
Ehrungen und Auszeichnungen
Im Rahmen der Trophäenbewertung beim Rehwild wurden folgende Auszeichnungen vergeben:
- Gold: 92,80 Punkte (Revier Luxem – Martin Freund)
- Silber: 91,19 Punkte (Revier Luxem – Matthias Steffens)
- Bronze: 83,01 Punkte (Revier Ditscheid – Frank Karst)
Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft wurden Martin Freund, Frank Karst und Achim Kirst mit der bronzenen Treuenadel sowie einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.
Streckenergebnisse des Jagdjahres
Für das laufende Jagdjahr werden folgende Streckenzahlen erwartet:
- Schwarzwild: ca. 300 Stück
- Rehwild: ca. 400 Stück
- Rotwild: 16 Stück
Ausblick
Die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe findet am 12. April in Andernach statt und steht insbesondere im Zeichen von Neuwahlen. Alle Mitglieder sind hierzu herzlich eingeladen.
Wechsel in der Hegeringleitung
Ein bedeutender Moment der diesjährigen Versammlung war der personelle Wechsel an der Spitze des Hegerings. Bereits im vergangenen Jahr hatte Hegeringleiter Axel Schneider angekündigt, nach beeindruckenden 32 Jahren im Amt bei den Neuwahlen 2026 nicht erneut zu kandidieren.
Vor der Wahl nutzte er die Gelegenheit, sich für das langjährige Vertrauen und die vielfältige Unterstützung zu bedanken. Sein besonderer Dank galt seiner Stellvertreterin Carola Weber, die ebenfalls ihr Amt niederlegte, dem engagierten Helferteam sowie der gesamten Jägerschaft.
Unter der Leitung von Friedhelm Röttgen wurden die Neuwahlen zügig und reibungslos durchgeführt. Einstimmig wählten die Anwesenden den Forstwirt Constantin Bechtoldt zum neuen Hegeringleiter. Ebenso einstimmig wurde Tim Ermisch als stellvertretender Hegeringleiter bestimmt. Beide nahmen die Wahl dankend an und sicherten eine kontinuierliche und verlässliche Weiterführung der Hegeringsarbeit zu.

Im Anschluss würdigte Uli Faßbender in einer kurzen Laudatio das langjährige Engagement von Axel Schneider und Carola Weber. Unter dem Applaus der Versammlung wurden ihnen als Zeichen des Dankes Geschenkkörbe überreicht. Für ihren weiteren Weg wurden ihnen die besten Wünsche ausgesprochen.

Der neue Hegeringleiter Constantin Bechtoldt beendete die Versammlung mit einem Dank an alle Teilnehmer und einem kräftigen „Waidmannsheil“ für das kommende Jagdjahr.
Matthias Steffens, Presseobmann HR Nachtsheim




