Erste Hilfe, wenn es darauf ankommt – Kombi-Seminar für Jäger und Jagdhunde

Was tun, wenn im Revier plötzlich ein Unfall passiert? Und wie leistet man seinem Jagdhund im Notfall die richtige Erste Hilfe? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer unseres Kombi-Seminars „Erste Hilfe bei Unfällen im Wald“ am 30. August.

Pünktlich um 8 Uhr startete der erste, vierstündige Teil für Jäger.  Die drei Seminarleiterinnen Heike Böttcher, Ulrike Bergmann, Kerstin Mönster der Rettungshundestaffel Rhein Mosel e. V. sind oder waren aktive Rettungshundeführerinnen, alle mit mehrjähriger Erfahrung bei Sucheinsätzen nach vermissten Personen. Sie wechselten sich bei der Vermittlung der Inhalte ab und sorgten als eingespieltes Team für einen abwechslungsreichen und kurzweiligen Vormittag.

Dabei standen vor allem Situationen im Mittelpunkt, die im jagdlichen Alltag tatsächlich vorkommen können. Die meisten Unfälle von Jägern ereignen sich beim Auf- oder Abbaumen vom Hochsitz. Schussverletzungen spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle. Häufiger sind Schnittverletzungen, Verletzungen durch Äste und Dornen, Bissverletzungen oder Verletzungen und Verstauchungen nach einem Umknicken.

Neben der Theorie wurde deshalb vor allem praktisch gearbeitet. Die Teilnehmer übten unter anderem die stabile Seitenlage, Wiederbelebungsmaßnahmen und das richtige Anlegen von Verbänden.

Gemeinsam wurden außerdem typische Symptome von Herzinfarkt und Schlaganfall erarbeitet und die jeweils notwendigen Maßnahmen besprochen. Auch der richtige Transport eines Verletzten wurde anhand eines Videos und einer praktischen Demonstration vermittelt.

Immer wieder wurden die Teilnehmer aktiv einbezogen: Was ist zu tun, wenn ich eine verletzte Person auffinde? Was sollte ich für einen Notfall im Revier grundsätzlich dabei haben? Die gestellten Aufgaben wurden souverän gemeistert und zeigten, dass im Notfall jeder Handgriff sitzen sollte.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause mit leckerem Essen und viel Gelegenheit zum Austausch ging es um 13 Uhr mit dem zweiten Teil des Seminars weiter: Erste Hilfe beim Jagdhund. Hier stießen weitere Teilnehmer hinzu, die ausschließlich diesen Seminarteil gebucht hatten. Geleitet wurde er von der Tierärztin Christina Streck, die ebenfalls in der Rettungshundestaffel aktiv ist und ihren Hund zum Flächensuchhund ausbildet.

Zu Beginn ging es um das sogenannte Medical Training. Ein Hund sollte bereits im Alltag daran gewöhnt werden, sich problemlos untersuchen und behandeln zu lassen – nicht erst dann, wenn ein Notfall eingetreten ist. Ebenso wichtig ist es, die individuellen Normalwerte seines Hundes zu kennen. Nur wer weiß, was bei seinem Hund normal ist, kann Abweichungen erkennen und einen möglichen Notfall richtig einschätzen.

Besondere Gefahren für Jagdhunde sind beispielsweise Bissverletzungen durch Schwarzwild oder Dachse, Verletzungen durch Äste und Dornen sowie Infektionen und Parasiten. Auch ein Hitzschlag kann bei hohen Temperaturen und starker körperlicher Belastung schnell lebensbedrohlich werden. Dann gilt: sofort kühlen und anschließend schnellstmöglich zum Tierarzt.

Auch im zweiten Teil blieb es nicht bei der Theorie. An vier Jagdhunden der Teilnehmer wurde das Medical Training praktisch demonstriert und anschließend das richtige Anlegen verschiedener Verbände geübt.

Drei Stunden später war auch dieser Seminarteil wie im Flug vergangen. Zurück blieben viele praktische Tipps, neues Wissen und hoffentlich die Sicherheit, im Ernstfall richtig handeln zu können.

Ein herzliches Dankeschön gilt der Rettungshundestaffel Rhein Mosel e. V., die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, für die kompetente, praxisnahe und kurzweilige Gestaltung des Seminars!

Reviere für die Rettungshundearbeit gesucht

Die Arbeit der Rettungshunde kann im Ernstfall Leben retten. Damit die Hunde diese anspruchsvolle Aufgabe zuverlässig erfüllen können, müssen sie – ebenso wie unsere Jagdhunde – kontinuierlich trainiert werden.

Für das Training zum Aufspüren vermisster Personen sucht die Rettungshundestaffel daher Reviere mit Waldanteil, in denen trainiert werden kann.

Wer diese wichtige Arbeit unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an schriftfuehrer@ljv-myk.de wenden.

Judith Schönau, Schriftführerin
Fotos: Judith Schönau, Laura Galic